Foto: Holzbau Schweiz, Sektion Bern
Holzspäne auf dem Boden. Bohrer im Anschlag. Lernende, die zeigen, was sie können. Im Bildungszentrum Holz in Lyss roch es am Rendez-vous Job nach frisch gehobeltem Holz und nach Zukunft.
Rund 90 Personen nutzten die Gelegenheit zum Eintauchen: 35 Schüler:innen mit ihren Eltern. Sie spannten Leonardo-Brücken, übten Zimmermannsknoten. Viele griffen selbst zum Werkzeug und bauten einen Holzwürfel. Ein erster, neugieriger Kontakt mit den Ausbildungsberufen im Holzbau.
Ein paar Schritte weiter bekam das Treiben eine andere Qualität. Weniger Ausprobieren, mehr Präzision.
16 Lernende im dritten Lehrjahr arbeiteten hochkonzentriert an ihrer Standortbestimmung. Sechs Aufgaben unter realen Prüfungsbedingungen: Maschinenarbeit, Lattenriss, Elementwand, Riegelwand.
Der Tag der offenen Tür im Bildungszentrum Holz in Lyss war Teil von «Rendez-vous Job 2026». Vier Tage lang öffnen Berufsbildungszentren im ganzen Kanton im März ihre Türen. Dieses Jahr konnten an 26 Standorten über 70 Berufe erlebt und ausprobiert werden.
Im Bildungszentrum Holz in Lyss schaute auch Julian Walther (13) aus Dotzigen genau hin. Der 13-Jährige hat bereits eine erste Schnupperlehre im Holzbau gemacht. Weitere sollen folgen. Am Tag der offenen Tür hat er von einem Kursleitenden einen Tipp erhalten: «Erst durch den Vergleich findet man den Lehrbetrieb, der am besten zu einem passt.» Um die Branche kennenzulernen, empfiehlt es sich, an mehreren Orten für ein bis zwei Tage reinzuschauen und dort, wo es überzeugt, nochmals eine Woche zu schnuppern.
Julian besucht die 7. Klasse. Er hat Zeit, Verschiedenes auszuprobieren. So möchte er sich zum Beispiel auch die Ausbildungen im Metallbau noch genauer anschauen. Für welchen Beruf er sich schliesslich entscheiden wird, ist offen. Nur eines weiss Julian schon jetzt: Er wird Handwerker. Er will mit den Händen arbeiten, nicht nur mit dem Kopf.
Für Julians Eltern ist es selbstverständlich, dass sie ihren Sohn beim Entdecken verschiedener Berufe begleiten. Rendez-vous Job bietet dafür eine Gelegenheit. «Die ein bis zwei Stunden, die man an einem Wochenende investiert, sind eine gute Investition in die Zukunft», sagt Vater Iwan (46).
Julians Mutter Nicole (43) ist überzeugt, dass Eltern bei der Berufswahl ihrer Kinder eine wichtige Rolle spielen. «Berufswahl ist mehr als ein Fach im Oberstufen-Lehrplan», sagt sie. Das gemeinsame Entdecken verschiedener Berufe erweitere den Horizont beider Generationen und stärke die Beziehung. Sie wünscht sich deshalb, dass Schulen Informationen zu Berufswahlthemen auch an Eltern jüngerer Schüler:innen weitergeben. «Es ist ein gemeinsamer Weg», sagt sie, «und je mehr wir Eltern wissen, desto besser können wir unsere Kinder begleiten.»
Die Berner Sektion von Holzbau Schweiz ist einer der Gründerverbände von «Rendez-vous Job» und gestaltet das Programm seit 2019 jährlich mit. Der Besuch von Julian und seinen Eltern zeigt, worum es dabei geht: Frühe Begegnungen mit einem Beruf helfen jungen Menschen, ihren Weg bewusst zu wählen und ihn mit Überzeugung zu gehen.
Bericht: Holzbau Schweiz, Sektion Bern






