Der Wiederaufbau der kriegsversehrten Ukraine wird enorme Anstrengungen erfordern. Das schweizerisch-ukrainische Verbund-CAS ‹Wiederaufbau Ukraine› will einen Beitrag dazu leisten. Die Weiterbildung richtet sich gezielt an Ukrainerinnen aus dem Bausektor, die aus ihrer Heimat geflohen sind oder schon länger in der Schweiz leben, sowie an Mitglieder von Hilfsorganisationen mit Wirkungskreis Ukraine. Das CAS startet am 27. Februar.

Seit Monaten zielt Russland in der Ukraine auf die Infrastruktur für Energie und Wasser. Dazu kommen unzählige zerschossene Wohnhäuser. Hunderte Milliarden werden nötig sein, um die Zerstörungen an Gebäuden und Infrastruktur in der Ukraine zu beheben. Das CAS ‹Wiederaufbau Ukraine› will Hilfe zur Selbsthilfe bieten, indem es Menschen – primär Frauen – mit Bezug zum Bauwesen aus der Ukraine befähigt, den Wiederaufbau ihrer Heimat aktiv und weitsichtig mitzugestalten. Voraussetzung für die Teilnahme sind ein Hochschulabschluss (Fachhochschule, Universität oder ETH) mit Praxiserfahrung im Planungs- und Bausektor sowie Englischkenntnisse.

Entwickelt hat das CAS ‹Wiederaufbau Ukraine› Thomas Rohner, Professor für Holzbau und BIM an der Berner Fachhochschule Architektur, Holz und Bau, in enger Zusammenarbeit mit Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Forschung und Behörden der Schweiz und der Ukraine. Die BFH-AHB kooperiert dafür mit der ETH Zürich, der HSLU, der Ostschweizer Fachhochschule, der ZHAW und der ukrainischen Sumy National Agrarian University. Die Weiterbildung ist in vier Module gegliedert: Digital Skills im Bauwesen, Engineering Hochbau, Engineering Infrastruktur sowie Querschnittsthemen wie Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft und Korruptionsprävention.

Der Lehrgang umfasst insgesamt rund 130 Lektionen, verteilt auf rund 16 Studientage während vier Monaten. Das Bearbeiten realer Fallbeispiele ermöglicht den Teilnehmenden, das vermittelte Fachwissen im Arbeitsalltag direkt anzuwenden. Die Kosten betragen CHF 6500.–. Firmen der Schweizer Holz-, Bau und Immobilienbranche, Vereine, Organisationen oder auch Privatpersonen haben die Möglichkeit, geflüchteten Frauen die Teilnahme am CAS ‹Wiederaufbau Ukraine› zu ermöglichen, indem sie für diese im Rahmen einer Patenschaft die Teilnahmegebühren und Spesen von total CHF 8000.– übernehmen.